Mittwoch, 28. Januar 2004, 18:14h
Hochbegabt?
Gerade eben habe ich mich lange mit Nicole über Blogs und ihre manchmal merkwürdigen Autoren unterhalten. Es sei nur gesagt: Wir haben sehr gelacht.

Es soll ja Leute geben, die kommen mit ihrer Umwelt nicht klar oder die Umwelt nicht mit ihnen. Interessanterweise werden dafür immer öfter die Gründe nicht im eigenen Verhalten gesucht, sondern das "Kind" muß einen anderen Namen haben. Am besten einen, der einen der Notwendigkeit enthebt, an seinem Charakter zu arbeiten. Das Neueste ist nun wohl die "Krankheit" Hochbegabung, die den Betroffenen von der Menschheit ausgrenzt. Diese armen Menschen werden eben nicht verstanden, weil sie in anderen Sphären schweben.

Wir haben uns dann darüber Gedanken gemacht, wann dieses Thema auch Einzug in einen unserer "beliebtesten" Blogs findet. Wetten werden noch entgegen genommen ;-)

Nun, es mag eine Menge hochbegabte Menschen geben und diese Leute haben es sicher sehr schwer. Vor allem in der Kindheit. (So sie denn unter ihrer Hochbegabung leiden, denn Intelligenz an sich ist ja eher etwas Wünschenswertes) Sie verdienen und haben mein Mitgefühl wie alle anderen Menschen mit Krankheiten oder sonstigen Problemen. Keine Frage.

Aber es kann einen schon ankotzen, wenn solche Phänomene mißbraucht werden um sich selbst nicht ändern zu müssen oder um sich damit krampfhaft von der breiten Masse des Durchschnitts positiv abzugrenzen.

Denn -und da könnt ihr sicher sein- es gab und gibt immer noch einige Leute auf der Welt, die sind NICHT unverstanden oder hochbegabt oder exorbitant charakterstark oder zu gut für diese Welt. Die sind einfach nur dummdreiste Arschlöcher.

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Du triffst mal wieder
... den Nagel auf dem Kopf :-) Ich wundre mich auch inzwischen so über einige Blogs. Es muss halt für jedes Phänomen ein Name gefunden werden.

Liebe Grüße, Ulli *der man auch mal einen überdurchschnittlichen IQ bei einem Test bei der Kinderärztin bescheinigt hat. Und was hats mir gebracht? Nix :-) Nur nen durchgängigen 5er in Rechnungswesen*

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???????
Der Text gefällt mir ja sehr gut, nur frag ich mich, wo ihr das Gelesen habt?? Ich bin wohl zu Unterbegabt um die Blogs zu finden ;-)) Aber macht nichts, wahrscheinlich käm ich eh nicht mit :-)))

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ROFL
Jajaja, diese ganzen Modeerkrankungen finde ich auch immer höchst amüsant! Ich will nicht abstreiten, dass es gewisse Dinge gibt, aber in solchen Massen wie sie zeitweise auftreten, da kratzt man sich doch am Kopf und wundert sich.

Wir habens geschafft, in diesem Land Krankheit als einen gewissen Status, der nicht unbedingt negativ besetzt ist zu etablieren. Negativ auffallen wird man nur, wenn man ansteckend ist, abstossend aussieht damit oder sich die Krankheit beim Geschlechtsverkehr zugezogen hat.Ansonsten: Willkommen im Club! Endlich ist man wer und man hat was zu erzählen aus dem ansonsten scheinbar öden Leben.

Das fängt doch schon bei Kindern an - wenn die nicht schon "behandlungsbedürftig" auf die Welt kommen und nicht alle zehn Tage beim Arzt/Spezialisten/Verhaltensauffälligkeitssuperpsychologen sitzen und dick Medikamente verabreicht bekommen, dann ist man als Mutter vom anderen Stern.

Ich werd das nie verstehen!?! Aber welche Blogs ihr meint, kann ich net nachvollziehen...klärt mich jemand auf?

Nochmal: Wirkliche Kranke sind damit nicht gemeint! Die hängen das auch nicht an die große Glocke, sondern haben genug damit zu tun, wieder gesund zu werden.

LG
Keka

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Hin und hergerissen....
bin ich bei dem Thema immer... Warum? Nun ich habe einen Sohn mit einem diagnostizierten ADHS. Auf der einen Seite finde ich es gut, wenn *betroffene* Eltern und Erwachsene das Thema nicht tabuisieren. Es gibt, obwohl ADS und ADHS in allerlei Munde, viel zu wenig Wissen und Aufklärung in der breiten Masse darüber. Das erlebe ich jeden Tag auf´s Neue. Andererseits finde ich es schlichtweg zum Ko..., wenn jede Verhaltensauffälligkeit als ADS bezeichnet wird und so zur Entschuldigung für evtl. Fehlverhalten der Eltern mißbraucht wird. Das empfinde ich dann als schallende Ohrfeige für wirklich *Betroffene*. So entsteht dann auch dieses Bild von ADS in der Gesellschaft.
Nun ja, vielleicht empfinden *viele* ihr *normales* Dasein als langweilig und unspektakulär und müssen sich in ihrem Geltungsbedürfnis was *chices, zeitgemäßes* Zulegen, und wenn es ADS ist... Allergien und Asthma passen da übrigens auch sehr gut hinein... Auf *Stammtischniveau* sind diese *Krankheiten* schier unerschöpflich und blogfüllend. Nur dienen sie den *Betroffenen* in keinster Weise... Selbstverständlich sollen/dürfen/müssen echte Betroffene sich outen, aber muß es immer in dieser *entschuldigenden*, jammernden, nach Mitleid ringenden, in dieser *ach was bin ich so arm dran* Art und Weise sein?
Bin mal gespannt, wann es *in* ist Aidsinfiziert zu sein. Wohl dann, wenn ein wirksames Medikament gefunden wird.
Zum ADS noch was: Mein Sohn ist *anders*, zeitweise anstrengend, keine Frage... Er ist aber auch eine Herausforderung im positivsten Sinne, der immer wieder Anregung zum Nachdenken gibt, zum Weitermachen. Einfach eine Bereicherung. *Stillstand* gibt es hier nicht :-).

so, das waren meine 2-cent zu dem Thema.
Susan bereut es sicherlich schon mir den Tipp IE gegeben zu haben :-)))))))))))))))))))))))))

LG
Steffi

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ein paar Links zum Thema
ich schreibe sie extra nicht in HTML ;-)

allesalltaeglich.de und die dort angesprochenen Seiten plus Kommentare (das sind die besten, finde ich)
thyla.de/onlinetagebuch.html
ingis-strandgut.de/aktuell.html
stapelweise.designblog.de

Da möchte ich aber noch dazu sagen: es geht nicht (!) darum, die tatsächlich Hochbegabten, ADSler etc. zu diskriminieren und über sie zu lachen. Es geht ausschließlich darum, dass es einfach furchtbar lächerlich ist, dass jeder, der keinen Bock haut aufzuräumen, plötzlich ADS hat und jeder, der in Mathe eine Niete war, plötzlich hochbegabt ist. Natürlich schreien alle in den Comments, dass sie ja bisher nicht den Mut hatten, sich zu outen ;-)

Wir haben Wetten abgeschlossen, wer denn so als nächstes "hochbegabt, ich auch!" schreiben oder aber sich über das Thema auskotzen wird. Eine habe ich schon gewonnen.

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